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Die Fotoserie „exchange“ (2016) entsteht an der interkulturellen Schnittstelle von Kunst und Mode. Sie untersucht, wie Bilder von Körper und Identität entstehen. Im Mittelpunkt steht das Motiv der Verhüllung. Mir stellte sich dabei die Frage, welche Vorstellungen von Weiblichkeit, Schönheit und Selbstbestimmung in verschiedenen kulturellen Kontexten wirksam werden. Ich nehme westafrikanische Sichtweisen ernst und halte zugleich den europäischen Blick dagegen.

Auf den Bildern sind unter anderem die senegalesischen Topmodels wie Khady Ba, Yama Seck und Damele.

Die Frauen erscheinen unter einem blutroten Tuch in gleißenden Hotelpools. Stoff, Wasser und Bewegung greifen ineinander und verändern die Wahrnehmung. Konturen lösen sich auf, Formen verschieben sich. Manchmal wirkt der Körper wie eine ruhige, elegante Silhouette. Im nächsten Moment wird er zu einer kraftvollen, beinahe abstrakten Gestalt. Genau diese Verwandlung macht die Serie so präzise. Sie verweigert eindeutige Zuschreibungen und zeigt den Körper als etwas, das immer wieder neu gelesen wird.

In „exchange“ steht eine Haltung im Hintergrund, die an Joseph Beuys’ Idee der Sozialen Skulptur erinnert. Identität wird nicht als festes Bild verstanden, sondern als Prozess, der im Zusammenspiel von Raum, Material, Blick und Öffentlichkeit entsteht. Auch die Geste der Verhüllung ruft Assoziationen an Christo hervor. Sie wirkt wie eine Transformation, die Bedeutung verschiebt, statt sie zu verdecken. So entstehen Fotografien, die die Porträtierten zu zeitgenössischen Ikonen machen. Sie bleiben präsent und zugleich ungreifbar. Ihre Stärke liegt gerade in diesem offenen, geheimnisvollen Moment.

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